Firmenverkauf oder Liquidation?
Blog
Viele Unternehmer schwanken zwischen dem Verkaufen oder der Liquidation Ihrer Firma und fragen sich ob es sich überhaupt lohnt, die eigene Firma zu liquidieren. Der folgende Blog-Beitrag soll einen tieferen Einblick in die Thematik geben.
Unterschied Liquidation und Firmenverkauf
• Viele Unternehmer haben viel Herzblut in Ihr Unternehmen gesteckt, aber erhalten auf dem Markt für einen allfälligen Verkauf nur Angebote, die aus Ihrer Sicht unter dem eigentlichen Wert Ihrer Firma liegen. Das macht die Liquidation an sich attraktiv, denn man bekommt den ganzen Erlös der Firma relativ schnell gutgeschrieben und man muss sich nicht um eine allfällige Nachfolge-Regelung kümmern. Der Liquidationswert liegt in den meisten Fällen im untersten Bereich des Firmenwerts. Die möglichen Gewinne und ausserbetriebliche Faktoren werden nicht berücksichtigt.
• Andererseits wird beim Firmenverkauf nicht nur der Substanzwert betrachtet, sondern viele weitere Faktoren wie der Umsatz und die Gewinne beeinflussen den Verkaufspreis. Das führt dazu, dass sich der Firmenwert erhöht. Was hinzu kommt ist, dass solche Unternehmen für viele Käufer sehr interessant sein können. Beispielsweise sind gerade für junge Firmen oder andere Wettbewerber immaterielle Werte wie der Markenname, etablierter Kundenstamm, das Know-How und gut ausgebildete Mitarbeiter vielversprechende Elemente, die dem jungen Unternehmen noch fehlen und sich nicht über kurze Zeit aufbauen lässt.
• Um sich ein ungefähres Bild zu machen, wo ein Unternehmen in etwa steht, empfiehlt es sich eine genaue Prüfung des Liquidationswertes zu veranlassen. Wir empfehlen dazu unseren eigenen Online Firmenwertrechner zu benutzen.
Den Liquidationswert richtig berechnen
• Bei einer Liquidation einer Firma erhält man grundsätzlich den Wert der Aktiven, abzüglich des Betrags den man noch anderen schuldet, gemeint sind den Kreditoren oder Lohnkosten.
• Zur Berechnung werden die Beträge aus der Kasse, Bank und Debitoren zusammengezählt. Das sind Bilanzposten die schnell liquidiert werden können und dabei gleichzeitig den Anfangswert zum grössten Teil vollumfänglich zurückerhalten.
• Beim Warenlager oder dem Anlagevermögen jedoch, muss man damit rechnen, dass vieles nur noch zu tieferen Preisen verkauft werden kann. Bei den Sachanlagen wie dem Lager, soll mit einem Wert von 50 bis ca. 80% des Ursprünglichen gerechnet werden.
• Bei den Fahrzeugen soll gemäss Eurotax ca. 10% Prozent abgezogen werden. Am Wenigsten erhält man für die gesamte Einrichtung, also für Maschinen, Gestelle und das ganze Mobiliar. Hier wird mit ca. 80 bis 90% Wertverlust kalkuliert.
• Weitere Kostenpunkte die berücksichtigt werden müssen, sind Aufwände für den Vorgang der eigentlichen Liquidation und solche für das Entsorgen und Räumen. Hinzu kommen Verträge mit den Mitarbeitern, bei denen Kündigungsfristen einzuhalten sind.
• Was einige vergessen ist, wenn man das Geschäftsvermögen in das eigene, private überführen will, bezahlt man dafür zusätzlich noch latente Steuern. Solche Steuern machen viel aus und können bis zu 40% des Liquidationserlöses ausmachen, der abgegeben werden muss.
• Dagegen bezahlt man beim Firmenverkauf jedoch keine Steuern und hat so keine bösen Überraschungen mehr. Im nächsten Abschnitt soll auf diesen Punkt genauer hingewiesen werden und anhand eines simplen Beispiels genauer erklärt werden.
Plötzlich kommt für ein KMU die Rechnung über eine halbe Million
Anhand eines Beispiels aus dem Geschäftsleben soll geschildert werden, was geschehen kann, wenn die Firma liquidiert wird und der Liquidationserlös ins Privatvermögen überführt wird.
• Der Einzelhändler Hugo Imhof konnte erfolgreich den genauen Liquidationswert seines Unternehmens bestimmen und errechnet einen Betrag von 1.3 Mio. Franken. Leider findet er zu diesem Preis keinen Käufer, jedoch bietet ihm jemand eine Million für die Firma.
• Hugo Meier entscheidet sich stattdessen, die Firma zu liquidieren und den Liquidationserlös von 1,3 Mio. in sein Privatvermögen zu überführen. Dabei hat er leider vergessen, dass man laut dem schweizerischen Steuergesetz noch auf den Betrag Steuergelder bezahlen muss.
• Im Gesetz wird zwischen Privat- und Geschäftssteuern unterschieden und die Überführung ins Privatvermögen ist steuerpflichtig. Bei der Zuführung von einer solchen Summe in sein eigenes Vermögen fallen dabei noch etliche Franken an Steuern an. In diesem Beispiel waren das für Herr Imhof ungefähr eine halbe Million die er noch bezahlen musste. Also hat er abzüglich der Steuern nur noch 0,8 Millionen erhalten.
• Hätte er aber seine Firma zu einer Million verkauft, dann hätte er jetzt 200‘000 Franken mehr auf seinem Konto und zudem erheblich viel Arbeit mit Liquidieren, Aufräumen, Entsorgen und Abwicklungsaufwand gespart.
Festzuhalten bleibt, dass man in jedem Fall genau abwägen sollte, ob sich die Liquidation lohnen wird. In diesem Fall wäre es nun besser gewesen die Firma zu verkaufen, auch wenn der Liquidationswert höher als der des Verkaufspreises war.
Kostenlose Firmenbewertung und erstes persönliches Gespräch
Eine kostenlose Firmenbewertung gibt es unter folgendem Link. Zudem beantwortet Helpy-Experte Hans Jürg Domenig kostenlos Fragen zum Thema Unternehmenswert telefonisch oder per E-Mail unter dem Stichwort „Helpy-Nachfolge-Check“ an info@firmen-nachfolge-verkauf.ch.
Der Unternehmer führt die Firma ANSATZ AG Firmen-Nachfolge-Verkauf seit 26 Jahren an den Standorten Bad Zurzach, Chur, Thayngen SH und Waldshut-Tiengen (D).
Zudem ist Hans Jürg Domenig auch beim Nachfolgebus mit dabei. Nutzen Sie die Gelegenheit für ein erstes kostenloses Gespräch in Ihrer Nähe. Bitte melden Sie sich dafür rechtzeitig auf der Website an.