Die Wertsteigerungsfaktoren unter der Lupe: 6. Digitalisierung und Automatisierung
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l Wie steigert die Digitalisierung den Firmenwert?
Die heutige Gesellschaft ist digitalisiert. Es gehört zur Alltagsausrüstung einen Computer zu besitzen. Die Benutzung von digitalen Geräten nimmt immer mehr und mehr zu. Auch für Unternehmer ist es wichtig mit diesem Trend mitzuziehen, denn als Erfolgsfaktor nimmt die Digitalisierung zunehmend Überhand.
Beim Verkauf einer Firma wird heute zunehmend auf den Digitalisierungsgrad geschaut, einerseits um das Potenzial der Digitalisierung für die Zukunft zu erkennen, andererseits um den Investitionsbedarf in die Digitalsisierung und Automatisierung abzuschätzen. Im Westentlichen unterscheiden wir bei der Nachfolgeregelung folgende drei Digitalisierungsbereichen:
1 Digitalisierung im Marketing. Am weitesten Fortgeschritten ist die Digitalisierung bei KMUs meistens im Marketing. Fast jede Firma besitzt heute eine Präsenz im Web. Dies ist nicht grundlos, denn dieser Weg ist um einiges schneller und einfacher und mit geringen Investitionen verbunden. Komfortabel kann man seine Frage von zuhause aus dem Internet stellen, ohne dabei tatsächlich mit jemandem sprechen zu müssen. Das Internet listet dem Fragenden auf Höchstgeschwindigkeit die Antworten auf. Sucht zum Beispiel ein Interessent einen schönen Holztisch, zeigt ihm das Web eine Menge an Vorschlägen auf. Der Benutzer selbst kann dann die verschiedenen Filialen durchforsten und sich für einen perfekt passenden Tisch entscheiden. Um die Aufmerksamkeit des Suchenden auf seine Firma zu lenken ist ein professionelles Web-Auftreten ausschlaggebend. Auch hier gilt das berühmte Werbemodell AIDA: Attention, Interest, Desire, Action. Neue Kunden werden heute mit Google-AdWords und Facebook-Werbung gefunden und bei vielen Unternehmen hat das E-Mail-Marketing den herkömmlichen Werbebrief ersetzt.
2 Digitalisierung in der Administration. Auch hier ist die Digitalisierung in den meisten Firmen bereits weit fortgeschritten. Computer stehen in allen Betrieben und die Zeiten von Telefax und Buchungen von Hand gehören der Vergangenheit an. Bankbelege werden automatisch in die Buchhaltung übernommen ohne abgetippt werden zu müssen und die Buchhaltungsforstware schlägt selbständig vor, auf welchem Konto die Belege verbucht werden könnten. Der nächste Schritt hier in der automatischen Verarbeitung von Belegen und Bots. Das sind Internetroboter, die auf einfache Fragen richtige Antworten geben können.
3 Die Digitalisierung und Automation in der Produktion. Bei den meisten KMU-Betreiben steckt die Automation beim Lager und der Produktion noch in den Kinderschuhen. Frühzeitige Investitionen in CNC-gesteuerte Anlagen zahlen sich beim späteren Firmenverkauf aus. Die meisten KMUs stecken, wenn überhaupt, erst in der Planungsphase. Steht der Firmenverkauf erst in ein paar Jahren an, macht es Sinn jetzt noch zu investieren. Eine erhebliche Wertsteigerung des Betriebes kann erreicht werden mit Investitionen in diesem Bereich, die noch in den Jahren vor dem Verkauf abgeschrieben werden können.
Nicht selten überlässt ein Firmenverkäufer die Investition in Erneuerungen dem Nachfolger. Er argumentiert, so kann die nächste Generation Entscheidungen treffen. Doch wird ein Käufer beim Kaupreis Abstriche machen, wenn in den vergangenen Jahren Investitionen aufgeschoben wurden und ein Nachholbedarf erkennbar ist, um wettbewerbsfähig zu bleiben. So zahlt sich eine frühzeitige Investition in die Digitalisierung letztlich auch beim Firmenverkauf aus.
Fallbeispiel: Ein Unternehmen, das über 40 Jahre Ihre Kunden über einen Angebotskatalog bediente entschloss sich noch vor dem Verkauf auf Internethandel umzustellen. Die Investitionen in die Digitalisierung bescherte dem Unternehmen erst einmal einen Verlust, weil parallel der herkömmliche Katalogversand und die Internet-Shop-Programmierung bezahlte werden musste. Doch bereits im zweiten Jahr überstieg der Onlinehandel den herkömmlichen Umsatz und im dritten Jahr konnte der Katalogversand ganz weggelassen werden, was sich sehr positiv in der Bilanz niederschlug und das Unternehmen zu einem Preis verkauft werden konnte, der noch vor wenigen Jahren unvorstellbar erschien.