Die Wertsteigerungsfaktoren unter der Lupe: 3. Transparenz

Wieso ist es wichtig im Geschäftsleben alles belegen zu können? Reichen nicht alleine die Aussagen des Geschäftsführers? – Nein! Sich Dinge zu notieren und Daten festzuhalten, dienen auch der Selbstkontrolle und Transparenz. So tritt man seltener in Fehlinvestitionen und Fettnäpfchen. Aus schon rein juristischen Gründen ist es sinnvoll, jeden Schritt und Ablauf in der Firma zu dokumentieren. Kommt es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung gilt: Besser 10% beweisen, als 90% behaupten.
Geschäftsmodelle, Umsatz und Ertrag beweisen und belegen zu können, sind auch Teil eines Nachfolgeprozesses. Aus meiner Erfahrung als Firmenverkäufer kann ich bestätigen, dass tendenziell das Erste nach dem die Interessenten bei einem Firmenverkauf fragen: ob sie Dokumente zum Umsatz und Ertrag der Firma erhalten können. Das erscheint dem Käufer als einer der wichtigsten Punkte. Losgelöst von den blumigen Worten des Verkäufers wollen Käufer Fakten sehen. Erklärungen, dass der Gewinn viel höher wäre, wenn nicht noch die ganzen privaten Ausgaben über die Firma gebucht werden, bauen wenig Vertrauen auf, genauso wie angebliche Umsätze, die nicht über die Bücher laufen. Beim Firmenverkauf zählt nur, was schwarz auf weiss belegt werden kann. Was auch klar ist, denn das Ziel bei einem Firmenkauf ist, nicht die Katze im Sack zu kaufen Denn nicht selten geht es um die Existenz des Käufers. Die Sicherheit steht im Vordergrund und alles was mit Dokumenten untermauert werden kann, strahlt Sicherheit aus. Kann man verschiedene Punkte aber nicht hinterlegen, schwächt das das Vertrauen des potenziellen Käufers und er zweifelt an der Richtigkeit der Aussagen. Unabhängig von eventuellen Preiszugeständnissen ziehen sich Viele in solch einem Fall zurück, da sie das Risiko nicht abschätzen können. Denn was, wenn die Zahlen und Fakten nur Fiktion waren und der neue Geschäftsführer mit leeren Händen dasteht?
In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass mit offenen Karten zu spielen der beste Weg ist, ein Unternehmen zu verkaufen. Auch nachteilige Punkte werden von Anfang an offen auf den Tisch gelegt. So hält die Begeisterung des Käufers bis nach der Firmenübernahme an und es ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten.
Beweispapiere bewirken also vieles. Sie dienen der Vertrauensbildung sowie der eigenen Kontrolle und Sicherheit. Eine transparente Geschäftsführung ist ausserdem auch der Nachweis für eine gewissen Professionalität. Das kommt bei den Käufern an.
Grauer Kasten: Fallbeispiel: Mit einem sehr selbstsicheren Auftreten beeindruckte der Verkäufer die Interessenten und schilderte in den tollsten Farben das Geschäft, die Kunden und die Gewinne die daraus sprudelten. Doch immer wenn es konkreter wurde, merkten die Interessenten, dass sie nur ungenaue Aussagen und Ausflüchte hörten, die nicht belegt werden konnten. So erlebte jeder Käufer stets das gleiche Wechselbad von höchster Begeisterung bis zur totalen Enttäuschung. Erst mit der Aufbereitung einer transparenten Dokumentation und einer seriösen Darstellung der Tatsachen fand sich ein Käufer.